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Bereits im Juni 1971 stellt sich der Sportfischereiverein Bakum-Melle einer extrem arbeitsreichen Aufgabe: Der Umwandlung der Oldendorfer Sandgrube in einen Angelteich. Die inzwischen 18 Mitglieder haben den Teich zunächst auf 12 Jahre gepachtet. In einem ausführlichen Artikel in der Zeitung wird auf die bisherige Geschichte und die weiteren Pläne des SFV Bakum-Melle eingegangen:

Jahrelange Aufbauarbeit beginnt ihre "Fisch-Früchte" zu tragen

Der Sportfischereiverein Bakum-Melle besteht nun seit sechs Jahren - Forellenaufzucht in eigener Regie - 2000 Forellen sollen in den Oldendorfer Mühlenbach ausgesetzt werden - Neuer Teich

Melle. Als vor einigen Jahren der Sportfischereiverein Melle e.V. eine Aufnahmesperre verhängte, entschloß sich ein Grüppchen von acht passionierten Anglern, selbst einen Verein, den Sportfischereiverein Bakum-Melle, ins Leben zu rufen, in ein arbeitsreiches Leben. Denn diese acht standen 1965 vor dem Nichts - heute können sie über mehrere Gewässer im Kreis Melle verfügen und planen bereits für die Zukunft. Durch Ausbaggerung, um Sand für den Straßenbau zu gewinnen, entsteht in Oldendorf gerade ein neuer Teich, den der inzwischen auf 18 Mitglieder angewachsene Verein auf zwölf Jahre gepachtet hat. Auch hier wird die Gestaltung des Sees und der Besatz mit Fischen noch viel Schweiß und Geld kosten, wozu dieser kleine Verein aber instande ist. Das hat er bereits mit der Schaffung seiner Teichanlagen unterhalb der Huntequelle in Hustädte bewiesen, die landschaftlich sehr schön gelegen ist und in ihrer Verstecktheit mitten im Wald eine Oase der Ruhe bildet. Bis dieses Fleckchen Erde ein Paradies für Angler wurde, mußte das 0,5 ha große Gelände entholzt und und die vorhandene natürliche Senke des kleinen Huntebaches in Handarbeit tiefer ausgeschachtet werden. Der Boden wurde zu einem Damm zusammengeschoben, so daß zwei Teiche entstanden, von denen der kleinere, der 30 Meter breit und 15 Meter lang ist, als Aufzuchtteich dienen soll. Sechs Meter mißt der große Teich, der eine Länge von 70 Metern und eine Breite von 40 Metern besitzt, an seiner tiefsten Stelle.

Die Anfahrtwege mußten aufgefüllt werden, und damit die Vereinsmitglieder die Früchte ihrer Arbeit auch richtig genießen konnten, begannen sie 1967- inzwischen waren sie auf neun Mitglieder angewachsen - mit dem Bau einer Hütte, in der sie sich sonntags mit ihren Familien und Angelfreunden aufhalten konnten. Stühle und ein Tisch, Kochherd und ein Ölofen sorgten dafür, daß man es dort eine ganze Weile aushalten kann und sich dabei so munter fühlt, wie die Fische unten im Teich.

Inzwischen tummeln sich dort bereits 500 Weißfische aller Altersgruppen von ein bis zu drei Pfund Gewicht, 100 Schleien sowie 100 Forellen bis zu einem Pfund Lebendgewicht. Diesen Herbst sollen 50 bis 100 Zander dort hineingesetzt werden. Es darf also schon, nach der jahrelangen Aufbauarbeit kann man wohl sagen "endlich", geangelt werden. Wenn jedem Mitglied auch nur eine begrenzte Anzahl von Fischen zur Verfügung steht, die es fangen darf - das tut der Freude an diesem Sport keinen Abbruch.

Seine Forellen zieht der Sportfischereiverein Bakum-Melle selber auf. 8000 der kleinen Forellen wachsen im Augenblick in den privaten Aufzuchtteichen seines Mitgliedes und Mitbegründers August Ruch in Bakum heran, der seit 18 Jahren Forellenaufzucht betreibt und als Gewässerwart des Vereins seine Erfahrungen im Umgang mit Fischen zur Verfügung stellt.

900 Forellen, darunter 20 Laichforellen, schwimmen zur Zeit in den Teichen am Weberhaus, die der Verein ebenfalls in Pacht übernommen hat. Wenn es gelingt, deren Eier selbst abzustreifen, wird es in Zukunft nicht mehr notwendig sein, Forellen einzukaufen, man wird dann die gesamte Aufzucht in eigener Regie übernehmen.

3000 Forellen sollen in die zwei noch leeren Teiche am Weberhaus gesetzt werden, ein Teil in den Aufzuchtteich an der Huntequelle, mit 2000 Exemplaren hat der Verein ein besonderes Experiment vor: Es soll versucht werden, diese Forellen im Oldendorfer Mühlenbach anzusiedeln, der nach Meinung des Vorsitzenden August Herkenhoff gute Voraussetzungen dafür bietet.

Einige der Fische werden auch in dem sich gerade bildenden See in Oldendorf, in einer Gegend, die augenblicklich noch mehr einer Sandwüste gleicht, ihre Heimat finden - jedenfalls solange, bis sie den Ködern der Angler nicht wiederstehen können. Schon jetzt schwimmen dort 200 Karpfen, 50 kleine Schleie, und 50 große Weißfische, die sich alle in sicherer Entfernung vom Bagger halten, der ihnen den Lebensraum ständig vergrößert. Seit Oktober muß der Verein bereits die Pacht für dieses Gelände bezahlen, deren Höhe sich nach der jeweiligen Wasseroberfläche richtet. Der See wird, wenn die Arbeiten beendet sind, eine Länge von 160 Metern und eine Breite von 100 Metern haben.

Der erste am Ball sein, beziehungsweise am See - war in diesem Fall das Motto des Vereins. Bei der zunehmenden Verunreinigung der fließenden Gewässer, kommt der Teichwirtschaft immer größere Bedeutung zu. Deshalb müsse man sofort zupacken, wenn sich die Gelegenheit böte, erklärte der Vorsitzende, selbst wenn der See erst in der Planung bestünde. Andernfalls habe man das Nachsehen, denn Interessenten gäbe es genug.

Also werden in nicht allzuferner Zukunft wieder verstärkt Arbeitseinsätze sämtlicher Vereinsmitglieder einberaumt werden. Wer aus dem einen oder anderen Grunde nicht daran teilnehmen kann, muß ersatzweise drei Mark pro nichtgeleisteter Arbeitsstunde - 15 Stunden sind für jedes Mitglied Pflicht im Jahr - in die Vereinskasse zahlen. So streng sind hier die Bräuche. Aber drei Mark sind, wenn man die Schwere der Arbeit bedenkt, noch nicht einmal sehr viel.

Dafür können die Sportfischer, die alle die Sportfischerprüfung abgelegt haben, aber auch zwischen sehr vielen Möglichkeiten wählen, wo sie angeln wollen. Denn außer den bereits aufgezählten Teichen haben sie an der Hunte in Bohmte, 1,6 Kilometer des Wasserlaufes gepachtet und besitzen zusammen mit anderen Vereinen weitere sechs Kilometer in Koppelpacht.

Die Mitglieder in solch einem kleinen Verein, der dann auch noch so aktiv ist und über Aufgabenmangel wirklich nicht klagen kann, ist verhältnismäßig teuer: Der Jahresbeitrag beläuft sich auf 80 Mark, und die Fische müssen anteilig zusätzlich bezahlt werden. Es gehört schon sehr viel Idealismus und Freude an diesem Sport dazu, so viel Arbeit auf sich zu nehmen, bis man endlich dazu kommt, tatsächlich einen Fisch zu angeln.

Beim Forellenessen im Herbst, das auch dieses Jahr wieder stattfindet, sind dann aber die Mühen vergessen und nur der Stolz auf das Geschaffene bleibt. Wenn die Forellen, die von den Mitgliedern morgens aus den eigenen Teichen gefangen werden, dann mittags appetitlich zubereitet auf dem Tisch stehen, dann wissen sie, wofür sie die ganzen Jahre über gearbeitet haben.

Auch hier der Orginalbericht und weitere Bilder aus der Vereinschronik:

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